UZH Alumna: Prof. Dr. med. Bea Latal, Kinderärztin

Bea Latal

Kinder, die viel zu früh geboren werden, an einem angeborenen Herzfehler oder an Entwicklungsstörungen leiden, haben einen schweren Start ins Leben. Die Ärztin und Forscherin Bea Latal betreut und begleitet sie. Am 18. April spricht sie am Alumnae Talk im UniTurm über «Die kindliche Entwicklung im Spiegel der heutigen Gesellschaft».

Die Villa am Zürichberg sieht nicht aus wie ein Ärztehaus, sondern eher wie eine Villa Kunterbunt. Gut möglich, dass hier ab und zu eine Pippi Langstrumpf ein und aus geht. Zumindest sind es besondere Kinder, die dieses Haus besuchen. Bea Latal, Co-Leiterin der Abteilung Entwicklungspädiatrie am Kinderspital, Professorin und klinische Forscherin, empfängt hier Kinder mit Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten sowie Kinder, die Frühgeburten sind oder einen schweren angeborenen Herzfehler haben.

Bea Latal lächelt und lehnt sich auf dem Holzstuhl in ihrem Büro zurück. Wichtig sei das «Joining», die Kontaktaufnahme mit dem Kind. Nur wenn es der Ärztin gelingt, das Vertrauen des Kindes zu gewinnen, ist eine Untersuchung überhaupt möglich. Dann wird im Spiel, im Gespräch, später mit spezifizierten Fragebogen und Tests abgeklärt, ob das Kind ein Entwicklungsproblem hat. Tatsächlich ist der Bedarf an Abklärungen stark angestiegen. Latal spricht mit ruhiger Stimme und offenem Blick.

Manchmal liege es auch am Umfeld, sagt sie. Die Ansprüche und Erwartungen, die die Schulen und auch die Eltern an ihre Kinder stellen, sind hoch. Dass nicht jedes Kind mitmacht, ist zuweilen schwer verständlich. «Da helfen wir weiter», sagt Latal, «wir sind eine Art Dolmetscher und versuchen zu übersetzen, was das Verhalten eines Kindes bedeuten könnte.»

Zum Porträt von Prof. Bea Latal in UZH News vom 20.3.18

Anna-Julia Lingg Kosch

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