Geschichte

Geschichte des Alumniwesens der UZH

August 1883

Die Universität feiert ihr 50-Jahr-Jubiläum. Beim Fest kommt die Idee auf, dass Ehemalige und Freunde der Universität einen Hochschulverein gründen könnten, «um mit der Aufmerksamkeit ihres Herzens und der Gabe ihrer Beiträge die Hochschule zu fördern».

5. Feb. 1884

Erste konstituierende Generalversammlung des Hochschulvereins mit 40 Unterzeichnern (die Universität zählt damals 447 Studierende). Der Schulpräsident der Stadt Zürich, Dr. Paul Hirzel, wird zum ersten Präsidenten gewählt. Im Vorstand ist auch der Dichter Conrad Ferdinand Meyer vertreten. Der Mitgliederbeitrag wird auf fünf Franken festgelegt.

Oktober 1884

Erste Herbstversammlung in Winterthur mit einem Vortrag von Professor Arnold Hug über «Wesen und Wert der akademischen Bildung».

1894 Gründung der Gesellschaft für deutsche Sprache, der ersten Fachvereinigung für Alumni der Universität Zürich

April 1901

Unterstützung der neu zu gründenden Witwen- und Waisenkasse der Universitätsprofessoren mit 4'000 Franken. Die erste Frau wird Mitglied des Hochschulvereins.

April 1903

Unterstützung der in Gründung begriffenen Zentralbibliothek mit 10'000 Franken.

Januar 1906

Einlage von 5'000 Franken in den Pensionsfonds der Hochschulprofessoren.

1913

Beteiligung an der Festschrift zur Eröffnung des Universitätsgebäudes mit 5'000 Franken. Und Übernahme der Kosten von 6'000 Franken für die beiden Skulpturen beim Haupteingang Rämistrasse.

1914

1'000 Franken für den Druck der Partitur der Kantate von Adolf Frey zur Einweihung des Kollegiengebäudes.

1917

1'000 Franken für die Festschrift der naturforschenden Gesellschaft und 500 Franken an die Sektion Zürich des Schweiz. Verbandes der Akademikerinnen für eine Arbeit über das Frauenstudium an der Universität Zürich.

April 1933

Die Universität feiert ihr 100-jähriges Bestehen und erhält vom Hochschulverein eine Pendüle für das RektoratszimmerDer Hochschulverein begeht sein 50-Jahr-Jubiläum mit einem Festakt im Lichthof der Universität, umrahmt vom Männerchor Zürich und dem Tonhalle Orchester.

1934

Der Hochschulverein beschliesst, jeweils die Kosten für das Bankett am Dies Academicus (600-700 Franken) zu übernehmen.

1939-44

Während des Zweiten Weltkrieges findet die traditionelle Herbstversammlung nur einmal statt, 1941 in Andelfingen. Die als Grossanlass geplante Tagung von 1939 in Chur wird wegen des Kriegsausbruches abgesagt und für 1944 kann die Herbstversammlung «infolge vermehrter Truppenaufgebote» nicht stattfinden.

April 1945

An der Generalversammlung von Mitte April zeichnet sich das Kriegsende ab. Der Hochschulverein bewilligt 5'000 Franken zugunsten der Universität Leiden, für welche die UZH ein Patronat übernommen hat.

1946

3'000 Franken für die Hilfsaktion zugunsten notleidender Universitäten.

Oktober 1946

Der 1939 verhinderte Herbstausflug nach Chur wird jetzt durchgeführt mit Vortrag von Prof. Bezzola, Besichtigung der bischöflichen Residenz mit Kathedrale und Museum. «Für das Mittagessen im Hotel Steinbock stehen neben dem Preis des trockenen Gedeckes immer noch ‚2 MC’, d.h. 2 Mahlzeiten-Coupons!»

1954

Der Historiker Dr. Hans Nabholz vermacht dem Universitätsverein eine Liegenschaft in Zollikon und 100'000 Franken.

1958

Die Universität feiert ihr 125. Jubiläum und erhält von einem Mitglied des Hochschulvereins die Rektorenkette geschenkt. Die UZH ist damit die letzte Schweizer Universität, die ihren Rektor auf diese Weise schmückt. Auf der Rückseite des Medaillons steht: «Der Universität Zürich von einem Mitglied des Hochschulvereins im Jahr 1957 gestiftet.»

April 1962

Dank des Legats von Dr. Hans Nabholz und mit weiteren Mitteln kann der Hochschulverein der medizinischen Fakultät ein Elektronenmikroskop im Wert von 155'000 Franken kaufen.

1964

Der Hochschulverein wird Mitglied der Studentischen Wohnbaukommission der Hochschulen Zürichs, welche Wohnraum für Studierende schaffen will. Man bewilligt einen jährlichen Unterstützungsbeitrag.

1969

Bis 1969 hatten die traditionellen Herbstversammlungen den Charakter von Manifestationen. Zu Beginn ging man «aufs Land», später ins ausserkantonale Einzugsgebiet. Ab 1969 werden die Herbstversammlungen zu Vereinsausflügen mit Vorträgen, Besichtigungen, Führungen, gemeinsamen Nachtessen.

1969 – 1974

Frau Professor Dr. Verena Meyer (1982-1984 Rektorin der UZH) ist das erste weibliche Vorstandsmitglied des Hochschulvereins. Sie wird aber nicht vom Vorstand ausgewählt, sondern von der Philosophischen Fakultät II «delegiert».

März 1971

Die Stimmbürger des Kantons Zürich stimmen der Teilverlegung der Universität auf das Strickhofareal zu. Der Hochschulverein unterstützt die dazugehörige Kampagne mit einem namhaften Beitrag.

Juli 1971

Angesichts von Studentenunruhen kommt es zur Teilschliessung der Universität. Der Hochschulverein veröffentlicht eine Erklärung, dass er diese Massnahme begrüsse, weil damit eine Konfrontation mit unabsehbaren Folgen verhindert worden sei. Der Hochschulverein werde für eine offene Diskussion der Hochschulprobleme eintreten, solange sie sich im Rahmen demokratischer Spielregeln bewege. Man wollte mit der Erklärung den Erziehungsdirektor unterstützen, dessen Handlungsweise für richtig befunden wurde. Es gab eine Aussprache mit Vertretern der Studentenschaft, die mehr über die Position des Hochschulvereins und seine Funktion wissen wollten. In den unruhigen 70er-Jahren wurde der Hochschulverein immer wieder in politische Diskussionen einbezogen, aus denen er sich an und für sich heraushalten wollte.

1973

Die Universität fragt den Hochschulverein an, ob er in seinen Reihen Gönner finden könne, die bereit wären Gastdozenten kurzfristig zu beherbergen oder Geld für den Bau eines Gästehauses zu spenden. Bei einer Umfrage melden sich rund 80 Mitglieder.

1975

Der Hochschulverein wagt den Schritt ins Computerzeitalter. 8'000 Franken werden bewilligt, um die Führung der Mitgliederkartei in die EDV der Universität zu integrieren.

Ursprünglich hatte man das Haus in Zollikon (Legat Nabholz von 1954) abreissen wollen und gedacht, der Kanton könnte dort Wohnungen für Dozenten bauen, denn die Wohnungsknappheit ist für Studenten und Professoren ein Problem. Am Ende entscheidet man sich für den einfachsten Weg, verkauft die Zolliker Liegenschaft für 650'000 Franken und schlägt den Erlös dem Stammgut zu. Das Geld kommt gelegen, denn wegen Kursverlusten müssen auf dem Wertschriftenvermögen 59'000 Franken abgeschrieben werden.

1977

Unter dem neuen Präsidenten Dr. iur. Paul Gmür intensivieren sich die Beziehungen zur Universitätsleitung. Man beschliesst nach einer Besprechung mit dieser, § 3 der Statuten zu erweitern und nicht nur von «Beiträgen an Lehre und Forschung» zu sprechen, künftig will man auch «Veranstaltungen von Hochschule und studentischen Organisationen unterstützen». Dazu werden die Mitgliederbeiträge erhöht (Einzelbeitrag von 8 auf 20 Franken).

1983

Der Hochschulverein wird 100 Jahre alt, die Universität 150. Bei einer Vorbesprechung der Jubiläumsaktivitäten betont die designierte Rektorin Verena Meyer, dass das «Jubiläum kein Feuerwerk sein, sondern Dauerlösungen bringen sollte, zum Beispiel einen Beitrag zur Lösung des studentischen Wohnproblems.» Der Vorstand des Hochschulvereins kauft Gold, lässt eine Jubiläumsmünze prägen, die sich zwar nicht gut verkauft, aber der Goldpreis klettert so stark, dass man das Edelmetall am Ende mit Gewinn zurückverkaufen kann. Beim Festakt kann der Präsident der Rektorin 250'000 Franken übergeben zur Unterbringung von Gastdozenten. Damit wird der «Fonds für Gastdozentenwohnungen» geschaffen.

 

1990

Gründung der EMBA Alumni UZH

1997

Gründung der Alumni Wirtschafsinformatik Universität Zürich und Gesellschaft der Zürcher Ökonomen

1998

Unter dem Eindruck staatlicher Sparmassnahmen im universitären Bereich gründet der Hochschulverein den «Fonds zur Förderung des akademischen Nachwuchses» (FAN) mit einem namhaften Beirat und Patronatskomitee. Die Geschäftsführung übernimmt Dr. Ulrich E. Gut. Jährlich richtet der FAN vier bis sieben Stipendien an Nachwuchswissenschaftler im Rahmen von 75'000 – 100'000 Franken aus. Die Bewerbungen werden von den wissenschaftlichen Vertretern des Beirats geprüft und im Gesamtgremium wird entschieden. Unterstützt werden Dissertierende, Habilitanden sowie Assistenzprofessuren bzw. Nachwuchsgruppenleitungs-Stellen. Zur Finanzierung wird ein Gönnerkreis gebildet, der sich verpflichtet, jährlich einen bestimmten Betrag (ab 2'000 Franken) beizutragen. Dazu kommen Legate und Spenden von Stiftungen.

Gründung der ATILA (International Business Law)

1999

Die Generalversammlung beschliesst, 200'000 Franken in den FAN einzubringen. Das Theater Keller 62 wird mit 10'000 Franken unterstützt. Dafür können 20 beschriftete Stühle angeschafft werden. Ausserdem ergibt eine Mitgliederbefragung, dass zwei Drittel eine Umbenennung des Hochschulvereins für notwendig oder sinnvoll halten.

2000

Der Name des Hochschulvereins wird in «Zürcher Universitätsverein» oder abgekürzt ZUNIV geändert. Der Internet-Auftritt wird ergänzt und demjenigen der UZH angepasst.

2002

Der Plattenkindergarten erhält einen einmaligen Beitrag von 10'000 Franken und der Studentengesangsverein 8'000 Franken für die Operettenaufführung «Orpheus in der Unterwelt».

Gründung der medAlumni UZH

2003

Gründung der IPMZ Alumni

2004

Erster Alumni-Tag an der UZH mit 500 Teilnehmern. Der ZUNIV macht sich stark dafür, dass die schnell wachsenden fakultätseigenen Alumni-Organisationen, die in den letzten Jahren entstanden sind, enger zusammenarbeiten. Der Vorstand entwickelt dazu Ideen.

Gründung der Ius Alumni

2006

Auf Initiative des ZUNIV und der UZH wird die Dachorganisation Alumni UZH unter dem Präsidium von Dr. Georg Kramer, dem ehemaligen ZUNIV Präsidenten gegründet.

Gründung der Alumni ASAE (Applied Ethics)

Gründung der CUREMalumni (Real Estate Management), des Alumni Finance Club und der Alumni Japanologie AJUZ

2007

Gründung der Alumni Organisation der Vetsuisse-Fakultät Zürich und der Science Alumni UZH

2008

Die Universität wird 175 Jahre alt, der ZUNIV 125. Zum Jubiläum schenkt der ZUNIV der UZH das «Welcome Desk» im Eingang des Hauptgebäudes für 250'000 Franken, inklusive Personalkosten für zwei Jahre. Ende Oktober feiern 150 Personen das Jubiläum mit einem Stadtrundgang und Abendessen im Dachrestaurant der ETH. Der FAN feiert sein 10-jähriges Jubiläum. Er hat in dieser Zeit rund 4,5 Millionen Franken für die Forschung des akademischen Nachwuchses ausgegeben.

Gründung der Oec Alumni, der Alumni-Vereinigung Historisches Seminar, der Psych-Alumni, der Alumni Vereinigung Sinologie, der Alumni Executive Master in Arts Administration (AEMAA) und der Alumni MAS Applied History

2009

Der Rektor der UZH, Prof. Dr. Andreas Fischer, lädt die ZUNIV-Mitglieder zu ihrem 125-Jahr-Jubiläum zu einem Sommerfest ein. 600 Teilnehmende feiern im August bei schönstem Wetter rund um die Universität.

Dank einer Grossspende von 600'000 Franken kann der FAN eine ZUNIV-Assistenzprofessur ausschreiben.

Gründung der Alumni-Organisation der Theologischen Fakultät

2010

ZUNIV-Präsident Jacques Bischoff führt den Kinoabend als kulturellen Zusatzanlass ein. Gezeigt wird im Lichthof am 11.11. der Film «Central do Brasil – Zwei Menschen auf der Suche» und am 12.11. «Sideways».

Gründung der ersten internationalen UZH Alumni and Friends Chapters in San Francisco und London

2011

Dr. Peter R. Isler übernimmt das Präsidium der Dachorganisation Alumni UZH.

Prof. Dr. Martin Meyer wird der erste ZUNIV-Assistenzprofessor, finanziert durch Spendeneinnahmen des FAN. Prof. Meyer befasst sich mit der «Plastizitäts- und Lernforschung des gesunden Alterns».

Gründung des UZH Alumni and Friends Chapters in Singapur

2012

Gründung der UZH Alumni and Friends Chapters in Japan, Shanghai und Hong Kong

2013

Mit der Wahl von Denise Schmid wird nach 130 Jahren die erste Frau Präsidentin des ZUNIV.

Der Vorstand bewilligt 30'000 Franken zur Finanzierung der Freilegung von Wandgemälden des Malers Paul Bodmer im Hauptgebäude. Dies im Zusammenhang mit dem Gebäudejubiläum von 2014.

Gründung des UZH Alumni and Friends Chapters in Boston

2014

Gründung der Alumni EMAMS (Art Market Studies) sowie der UZH Alumni and Friends Chapters in New York, Los Angeles und Taipei

2015

Der ZUNIV revidiert das erste Mal in seiner Geschichte seine Statuten grundlegend und gibt ihnen eine zeitgemässe juristische Struktur.

Gründung der Alumni Romanisches Seminar und der Alumni Musikwissenschaft sowie des UZH Alumni and Friends Chapters in Washington D.C.

2016

Gründung des Alumni Chapter English Studies sowie der UZH Alumni and Friends Chapters in Sydney und Berlin

2017

ZUNIV und die Dachorganisation Alumni UZH fusionieren zu UZH Alumni. Die neue Dachorganisation fungiert verstärkt als Drehscheibe für alle Alumni-Organisationen und führt die Traditionen des ZUNIV fort.

Quellen:

  • Köhler, Ludwig. Fünfzig Jahre Zürcher Hochschulverein. Eine Festgabe zum Jubiläum der Universität Zürich. Zürich, 29. April 1933.
  • Welti, Peter. Chronik des Zürcher Hochschulvereins 1933 - 1983. Hausdruck der Universität Zürich, 1994.
  • Geschäftsberichte des Hochschulvereins und Zürcher Universitätsvereins ab 1999