Interview mit einer Reiseteilnehmerin

Isabel Romero

Isabel Romero im Yukata, aufgenommen auf der Theaterbühne im Ryokan.
Foto: Bruno Rhyner

 

Text von Marita Fuchs

Frau Romero, aus welchen Gründen haben Sie sich für eine Alumni-Reise nach Japan entschieden?

Ich hatte zwei Gründe: Der eine betraf meine Studienzeit. Aus dem Nebenfachstudium der Japanologie kannte ich den Reiseleiter Bruno Rhyner persönlich und ich war sicher, dass eine Reise mit ihm interessant werden würde. Zudem war ich seit über 30 Jahren nicht mehr in Japan und ich war neugierig, wie sich das Land verändert hat.

 

Wie haben Sie denn das Reisen in der Gruppe erlebt?

In der Gruppe zu reisen, war für mich neu, zuvor bin ich immer allein durch Hinterasien gereist. Als Sinologin war ich viel in Fernost. Ich war deshalb froh um den Freiraum, den Bruno uns gewährt hat. So konnte ich mir manchmal Dinge anschauen, die nicht auf dem Programm standen. Für die anderen in der Gruppe waren die Führungen jedoch sicher interessant, weil für sie Japan neu und unbekannt war. Die Gruppe habe ich als sehr angenehm empfunden, es haben sich viele interessante Gespräche ergeben, und ich habe Freundschaften geschlossen.

 

Was haben Sie in den Freiräumen unternommen?

Ich habe mir Zeit gelassen, mit den Menschen zu sprechen. Ich wollte mein Japanisch ausprobieren und von den Japanerinnen und Japanern mehr erfahren. Ich habe auch viele Chinesen getroffen und sie gefragt, warum sie nach Japan reisen. Beim Besuch der Tempel und des Klosters habe ich viele Dinge wieder neu entdeckt, die ich schon vergessen hatte. Japan hat mich wieder sehr fasziniert.

 

Was hat sich denn seit Ihrem letzten Besuch vor 30 Jahren geändert?

Der Lebensrhythmus ist durch die vielen technischen Neuerungen viel schneller geworden, vor allem in Tokio.

 

Sie selber bieten Führungen im Schloss Greyerz (Gruyères) und im Elektrizitätswerk ELECTROBROC an und kennen die Tourismusbrache in der Beziehung gut. Wie hat Ihnen die Organisation der Reise gefallen?

Die Organisation hat mir gut gefallen, manchmal wäre ich gern noch einen Tag länger an einem Ort geblieben, aber so haben wir halt sehr viel gesehen.

 

Was war für Sie ein Highlight der Reise?

Ich habe mich schon vor der Reise auf den Besuch bei den Perlentaucherinnen gefreut. Die japanischen Perlentaucherinnen, nennt man Ama. Diese Frauen verdienen ihr Geld damit, dass sie nach Muscheln tauchen in denen sich Perlen bilden. Das Tauchen danach ist eine japanische Tradition und schon über zwei Jahrtausende alt. Auch wenn wir nur eine für Touristen aufbereitete Perlentauchaktion erlebten, war es für mich doch eindrücklich, den Frauen beim Tauchen zuzusehen. Ich bin selbst leidenschaftliche Schwimmerin und habe grosse Achtung vor den Frauen, die im kalten Wasser ohne Ausrüstung tauchen und sich nur auf die Kraft ihrer Lungen verlassen.

 

Haben Sie ein Urlaubssouvenir mit in die Schweiz gebracht?

Ich habe mir im dortigen Shop japanische Perlenohrringe gekauft, die ich jetzt trage und die mich an die schönen Erlebnisse der Japanreise erinnern.