Roberto De Nando: CEO BonusCard.ch AG

Einen langfristigen Karriereplan hat der CEO der Bonuscard.ch AG nicht verfolgt. Die verschiedenen Richtungswechsel in seiner beruflichen Laufbahn sieht Roberto De Nando als Bereicherung. Im Interview äussert sich der UZH Alumnus auch über die Bedeutung von Studentenjobs und seine Uni-Clique.

Roberto De Nando

 

Ursprünglich haben Sie sich für Romanistik und Germanistik an der Uni eingeschrieben, wechselten danach an die Rechtswissenschaftliche Fakultät. Erachten Sie den Abstecher in die Geisteswissenschaften heute als Gewinn? 

Roberto De Nando: Es war in jedem Fall eine gute und für mich wichtige Selbsterfahrung. Die anfängliche Wahl eines Literaturstudiums hing nicht zuletzt mit meiner eigenen romantischen Ader von damals zusammen. Ich schrieb selbst. Und irgendwo bin ich auch stolz auf diesen – wie Sie es nennen – Abstecher in eine für einen Manager nicht unbedingt typische Welt. 
  
Inwiefern pflegen Sie heute Ihr Interesse für Sprache und Literatur? 

Der Umgang mit der Sprache und die Fähigkeit, Sprache zur Kommunikation zu nutzen und auszureizen, ist für mich immer wichtig geblieben. Und es ist ja nicht so, dass Juristen mit der Sprache nichts am Hut hätten. Im Gegenteil. 

Wie beurteilen Sie grundsätzlich Richtungswechsel oder Umwege in der Karrierelaufbahn? 

Beides ist nicht zwingend, schadet jedoch nicht und hilft der für einen Managerrucksack gemeinhin als wichtig postulierten Horizonterweiterung. Ich selbst hatte während meiner beruflichen Karriere verschiedene einschneidende Richtungswechsel. Letztlich ist es aber mehr eine Frage der Inhalte als der Form oder des Titels. 
  
Haben Sie Ihre Karriere von Anfang an vor sich gesehen? 

Nein. Ich lebe grundsätzlich nicht nach einem langfristigen Plan. Was ich hingegen immer anstrebte, war eine berufliche Tätigkeit, die es mir erlaubt, zu gestalten, zu bewegen und zu entscheiden. 

Was haben Sie fürs Leben aus Ihrer Zeit an der Uni Zürich mitgenommen? 

Dass es enorm wichtig ist, geistig aktiv und beweglich zu sein und, sei dies im Studium oder im Job, etwas von sich selbst einzubringen, damit das, was man tut, auch die angestrebte Befriedigung zurückgibt.  

Spannend im Alumni-Kontext ist natürlich auch die Frage, ob Sie heute noch Kontakt zu Ihren Ex-Kommilitonen pflegen bzw. ein Netzwerk mit Kontakten aus der Uni-Zeit? 

Zwei meiner engsten und wichtigsten Freunde von heute sind Studienkollegen. Wir haben zusammen gebüffelt und gelitten, vor allem bei der Vorbereitung zum Lizenziat, einer sehr intensiven und herausfordernden Zeit. Aber wir hatten gemeinsam auch viel Spass. Unser Jour fixe alle drei Monate ist uns allen nach über 20 Jahren noch heilig und zusammen haben wir auch eine unternehmerische Tätigkeit abseits von unseren Stammgeschäften aufgebaut. 

Sie haben Ihr Studium mit Studentenjobs selbst finanziert. Sind die gesammelten Erfahrungen eine ebenso wichtige Lebensschule wie das Studium selbst? 

Ich erachte Nebenjobs sogar für eine zentrale Bereicherung des Studiums. Die Universität soll erste Priorität haben, das ist klar. Begleitend berufliche Erfahrung zu sammeln – gewissermassen ein Schnuppern im richtigen Leben – ist aber unbezahlbar.  
  
Was raten Sie den jungen Studenten und Absolventen – haben Sie Karriere-Tipps? 

Nicht mit Mittelmass zufrieden zu sein und nebst dem rein Fachlichen auch grossen Wert auf die sozialen und Verhaltenskompetenzen zu legen. Ich sage das meinen erwachsenen Kindern und ihren Freundinnen und Freunden immer wieder: «Niemand wartet da draussen auf euch. Wenn ihr einen guten Job haben wollt, wo ihr Freiheiten habt und gestalten könnt, dann müsst ihr auch bereit sein, Überdurchschnittliches zu leisten.» Eine gesunde Bescheidenheit gleich nach der Uni sowie die Bereitschaft, noch dazuzulernen – Praxis und Lehrbuch sind nun mal nicht das Gleiche – schaden auch nicht. 

Die 2013 lancierte UZH Alumni Visa Bonus Card erfreut sich grosser Beliebtheit. Wie bezahlen Sie Ihre Einkäufe am liebsten und weshalb? 

Natürlich mit Mobile Payment. In der Cornèr Gruppe und bei BonusCard haben wir mit «Apple Pay», «Samsung Pay» und anderen Diensten voll auf die mobile Karte gesetzt. Es gibt nichts Bequemeres, Schnelleres und Sichereres. Handy und Fingerabdruck genügen. Viel besser als Bargeld, ein Portemonnaie braucht man nicht mehr. Ich bin jetzt seit über 30 Jahren in der Branche; noch nie war ich aber derart davon überzeugt, dass Kartenzahlungen auch in der Schweiz dem Barzahlen den Rang ablaufen können – auch bei Kleinstbeträgen. Schade, dass wir in der Schweizer Finanzindustrie keine einheitliche Lösung anbieten.